SCHMERZEN
im LEIB
im Bereich des Leibes
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(Chronische) Schmerzen im Bereich des Leibes gehen meist von den Eingeweide n aus. Störungen/Erkrankungen von Zwölffingerdarm, Magen, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Leber, Milz oder Dünndarm projizieren Schme rzen in die Gegend um den Bauchnabel und/oder darüber, Störungen/Erkrankungen von Dickdarm, Sigma (= S-förmige Schleife des Dickdarms) und Mastda rm führen zu Schme rzen unterhalb des Bauch nabels.
Häufige Erkrankungen, die mit meist anhaltenden Schm erzen im Leib einhergehen:
Zu den einzelnen Erkrankungen
1) Schmerzen im
Bereich des Leibes
infolge einer
Affektion (= Störung / Erkrankung) des Magens sind
meist auf eine chronische Gastritis zurückzuführen. Dabei handelt es sich
um eine chronische En tzündung
der Magenschleimhaut.
Häufige Ursachen sind:
Seltenere Gastritisformen sind:
Neben Schme rzen treten bei der chronischen Gastritis uncharakteristische Oberbauch beschwerden wie Blähungen, Aufstoßen oder Völlegefühl nach den Mahlzeiten auf.
2) Die sog. Dyspeps ie ist eine zusammenfassende Bezeichnung für Oberbauchbeschwerden unterschiedlicher Genese (= Entstehung, Entwicklung), z.B. bei
Diese Schme rzen oberhalb des Nabels gehen i.d.R. mit Völlegefühl, Übelkeit, Sodbrennen usw. einher.
3) Lei b
schme rzen infolge einer
Affektion (= Störung / Erkrankung) der
Bauchspeicheldrüse liegen meist eine chronische Pankreatitis
(= En tzündung
der Bauchspeicheldrüse) zugrunde.
Dabei kommt es zu dumpfen, zum Teil aber auch schneidenden Schme
rzen,
die zunächst gelegentlich auftreten und durch Essen oder Alkohol ausgelöst
werden können. Die Schme rzen im
Oberbauch
können ringförmig bis in den
Rücken
ausstrahlen.
Im weiteren Verlauf dauern die Schme rzen im
Bereich des Leibes über Tage oder
sogar Wochen an. Es gibt aber auch schmerzlose Formen (ca. 6 Prozent der Fälle).
In den westlichen Ländern ist die häufigste Ursache ein
Alkoholmissbrauch.
Seltenere Ursachen sind: Arterienverkalkung, Missbildungen,
Gallenwegserkrankungen, Störungen im Hormon- und Fettstoffwechsel oder
Verstopfung des Pankreasganges. Häufig bleibt die Ursache aber auch unbekannt.
4) Als Ursache für chronische Schme rzen oberhalb des Nabels kommt auch eine Cholezystitis infrage. Dabei handelt es sich um eine En tzündung der Gallenblasenwand, die zumeist durch Gallenblasensteine ausgelöst wird (akute Cholezystitis). Andere seltenere Ursachen können große Ba uchoperationen, Infektionen und Unfälle, die mit begleitender Gallenblasenentzündung einhergehen, sein. Kommt es häufiger zu einer derartigen Entzünd ung, kann diese chronisch werden, eine sogenannte chronische Cholezystitis. Frauen erkranken häufiger als Männer.
5) Der Begriff "Pelvipathie" steht für chronische (=
länger als sechs Monate anhaltende) Schme
rzen im
Unterbauch bei Frauen.
Weitere gebräuchlichen Bezeichnungen sind Pelvipat hia,
chronic pelvic Pain (CPP) und
Hysteralgie.
Die häufigsten Ursachen für Lei bsch
merzen im Rahmen einer
Pelvipathia sind:
Von chronischen Schmerzen unterhalb des Nabels sind zu 80% Frauen und nur zu 20% Männer betroffen.
6) Die
Colitis-ulcerosa ist eine chronisch
entzündliche Erkrankung der Kolonmukosa (= Schleimhaut des
Dickdarms), die Krankheitsursache ist weitgehend ungeklärt.
Betroffen ist häufig der entferntere Dickdarmanteil, bei ca. 20% auch das Col on
transversum (= querliegender Dickdarmanteil) bzw.
das gesamte Kol on (= Dickdarm) (Pancolitis).
Symptome
(= Krankheitszeichen): Blutung aus dem
Enddarm, Durchfälle und Schme
rzen im Leib.
Die Verlaufsformen werden unterschieden als rezidivierender (=
immer wiederkehrender), chronischer (=
schleichender, von langer Dauer) und fulminanter (=
blitzartig einsetzender) Typ, letzterer mit Komplikationen wie
Perforation (= Durchbruch in die Bau chhöhle) oder
toxisches Megakolon (= abnorme
Weitstellung hervorgerufen durch giftige Stoffe).
7) Beim
Morbus Crohn handelt es sich um eine
chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die alle Abschnitte des
Magen -
Darm
traktes betreffen kann, am häufigsten das terminale Ileum (=
unteres Ende des Dünndarms) (80%) und in ca. 50% das Kol on (=
Dickdarm) zusammen mit dem terminalem Ileum. Die Patienten klagen
über Lei b
sch merzen, Durchfälle, Gewichtsverlust und haben im akuten Schub
Fieber.
Ein chirurgischer Eingriff (= Operation)
ist bei ca. 90% der Patienten im Verlauf der Erkrankung notwendig, z.B. Kolo n-
oder Rek tumresekt ion
(= Entfernung
des Dick- oder Enddarms).
8) Auch der sog. Verwachsungsbauch geht mit chronischen Schmerzen im Leib einher. Vorangegangen ist eine Ba uchoperation, meist aber mehrere. Es liegen entzündlich bedingte, flächenhafte oder strangförmige, nach Verklebung durch Fibrin entstandene, bindegewebige Verwachsung aneinanderliegender, Serosa- (= Hüllschicht) überzogener Organabschnitte vor.
9) Beim
Colon irritabile
oder
auch
Reizcolon
genannt, besteht eine Anfälligkeit des Dickdarms gegenüber
verschiedensten Schädlichkeiten, oft als Folge infektiöser (=
ansteckungsfähiger, ansteckender, übertragbarer) oder parasitärer (=
verursacht durch ein- oder mehrzellige Pflanze oder Tier als Lebewesen, das sich
auf oder in einem anderen Lebewesen auf dessen Kosten ernährt)
Colitis
(=
Dickdarmentzündung), aber auch psychosomatisch,
bei Allergie usw..
Krankheitszeichen: hartnäckige funktionelle Störungen des Dickdarms mit Lei
b schmerzen,
Völlegefühl, Rumoren, Blähungen, Störungen des Stuhlgangs (Wechsel Durchfälle/Obstipation
(= Stuhlverstopfung)).
10) Bestehen lageabhängig Schme rzen im rechten Oberbauch, so ist differentialdiagnostisch (= was an Krankheiten infrage kommen könnte) an das sog. Kolo n migrans, auch als Kolo n mobile bezeichnet, zu denken. Bei dieser Erkrankung besteht eine abnorme Beweglichkeit des Kolo n ascendens (= aufsteigendes) wegen fehlender Fixierung an der Bauchwand.
11) Abschließend sei noch erwähnt, daß auch Tumore bzw. Metastasen (= Tochtergeschwülste, abgesiedelte Tumore) ebenfalls heftige Schmerzen im Leib verursachen können .
Im Sinne eines Übertragungsschmerzes können Schme rzen oberhalb des Nabels aber auch durch akute Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinfarkt) hervorgerufen werden.
Schließlich können sich hinter chronischen
Schme rzen
unterhalb des Nabels auch Veränderungen an der
Wirbelsäule,
wie zum Beispiel Abnutzungserscheinungen verbergen.
Schmerztherapie bei chronischen (= länger als drei Monate anhaltenden) Schmerzen im Bereich des Leibes
Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin Schmerzen im Lei b, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach den Schme rzen und ihrer Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Länger bestehende, chronische Schmerzen erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik, Schmerzzentrum) angeboten werden können. Bei chronischen Lei b schmerzen sind dies:
Information über die Erkrankung
Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika (= Schmerzmittel), evtl. auch Spasmolytika (= Mittel gegen Krampfzustände), Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockade n, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden) und/oder Hochtontherapie
Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
Evtl. Physiotherapie (z.B. Kolonmassagen)
Bei Beteiligung der Wirbelsäule auch Chirotherapie
diätetische Maßnahmen entspr. der Grundkrankheit
Therapeutische Lokalanästhesie
Die einfachste diesbezügliche Methode ist eine wiederholte Triggerpunktbehandlung mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel. Dabei werden schmerzhafte Reizpunkte in der entsprechenden Head`schen Zone (= eine über das zugehörige Rückenmarksegment laufende Querverbindung zu dem zugeordneten inneren Organ) im Bereich des Leibes infiltriert, wodurch es zu einer Entspannung und gleichzeitig zu einer ausgeprägten Durchblutungssteigerung im zugehörigen Darmabschnitt kommt. Diese Methode ist besonders hilfreich bei schmerzhaften Darmverkrampfungen, aber auch bei Entzündungen, denn unter einer guten Durchblutung heilen Entzündungsprozesse sicher ab. Es reicht aber nicht aus, diese Therapie z.B. ambulant 2 mal pro Woche durchzuführen, optimal sind zwei Behandlungen pro Tag, möglichst auch am Wochenende, was regelmäßig aber nur stationär möglich ist.
Eine sehr hilfreiche und effektive Therapiemethode ist bei
chronischen Leib schmerzen aus schmerztherapeutischer Sicht die kontinuierliche
epidurale (= rückenmarknahe) Blockade mit Katheter.
Neben der
erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung ist ein weiterer nicht zu
unterschätzender Vorteil, daß bei dieser Therapie, sozusagen als Nebeneffekt,
auch der Grenzstrang (= paarige
Nerven
stränge des
unwillkürlichen Nervensystems neben der Wir belsäule) mit einbezogen
wird, so daß es gleichzeitig zu einer erheblichen Durchblutungssteigerung
kommt, die jeder entzündlichen Schmerzursache (z.B.
Crohn Krankheit,
Kolitis ulcerosa, Gastritis, Adhäsionen) fast schon kausal (= auf die
Ursache gerichtet) entgegenwirkt.
Auch bei Verwachsungen ist
die sympathikolytische (= gefässerweiternde und damit
durchblutungssteigernde) Nebenwirkung hilfreich, indem die
entstandenen, bradytrophen (= mit vermindertem Stoffwechsel
einhergehenden) Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es
dadurch zu einer Optimierung der gestörten Mikrozirkulation kommt.
Nach einer
schon älteren englischen Studie konnten mit der kontinuierlichen epiduralen
Blockade bei
Morbus Krohn zu einem
hohen Prozentsatz die oben erwähnten chirurgischen Eingriffe wenn nicht gar
vermieden, so doch erheblich hinausgezögert werden.
Wirkung und Ausmaß einer lumbalen (= den Lendenbereich betreffenden) epiduralen Blockade kann individuell mittels Lokalanästhetikamenge (= Betäubungsmittelmenge) und -konzentration so gesteuert werden, daß die Schmerzreize aus dem gesamten Bauchraum bei weitgehend erhaltener Motorik (= Muskelkraft) blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den Vorteil, daß die Patienten sich unter dieser Therapie weiter frei bewegen können. Bei der sog. kontinuierlichen epiduralen Blockade (= Betäubung) mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vom Rücken her dicht an das Rückenmark eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine spezielle Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das Behandlungsrisiko als vertretbar eingestuft werden.
Bei krebsbedingten Schmerzen im Leib kann diese Blockademethode auch angewendet werden, allerdings wird man auf das örtliche Betäubungsmittel verzichten, da in diesem Falle eine gefässerweiternde Wirkung unerwünscht ist, weil diese eine weitere Streuung der Krebszellen begünstigt. Mit einer Morphin-Lösung läßt sich ebenfalls eine gute, schmerzstillende Wirkung erzielen.
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